Sakristei St. Laurentius, Marktheidenfeld

Um die Fresken freilegen zu können waren mehrere bautechnische und gestalterische Änderungen am Bestand erforderlich. Die vorhandenen Möbel mussten ausgetauscht werden, da diese teilweise an Wandflächen standen, in denen Fresken vermutet wurden bzw. eine Hinterlüftung der Wandflächen verhinderten. Sowohl der in der Mitte platzierte Ankleidetisch, für die wichtigsten Kleingegenstände, als auch der neue Wandschrank, für die liturgischen Gewänder, wurde in der Gestaltung minimalistisch und zurückhaltend mit heimischer Eiche ausgeführt. Die Fresken waren lange Zeit unter Putz, was aus denkmalpflegerischer Sicht den besten Schutz der Substanz darstellt. Um eine Schwärzung bzw. Schädigung der Substanz zu verhindern, war es erforderlich den Raum auf konstanter Temperatur zu halten, hierzu musst der vorhandene Bodenbelag entfernt und eine Elektrofußbodenheizung unter dem neuen Belag aus Muschelkalk eingebaut werden. Die Fresken wurden authentisch freigelegt, d.h. Retuschen oder Ergänzungen wurden nicht vorgenommen. Lediglich Punktretuschen waren zulässig, um klar aufzuzeigen was Original bzw. Ergänzung ist. Unter den freigelegten Renaissance-Fresken (15. Jh.) befindet sich noch eine tiefer liegende Freskenschicht aus der Entstehungszeit der Kirche (12. Jh.). Im Bereich der Apsis wurde ein Sichtfenster freigelegt, um diese aufzuzeigen. In die Sakristei wurde ein Glaswindfang eingebaut, wovon aus die Fresken und Einrichtungen auch ohne direktes Betreten der Sakristei für die interessierte Öffentlichkeit einsehbar sind.